Artists 2015

Platzhirsch Logo Platzhirsch Festival Duisburg 23. & 24.11.2018 // Artists 2015

Platzhirsch Duisburg

Julia Hülsmann + Tim Isfort + Kai Brückner

Die drei Musiker treffen in dieser Formation zum ersten Mal aufeinander, obwohl sie sich alle in anderen Zusammenhängen schon begegnet sind.

Kai Brückner studierte schon gemeinsam mit Julia Hülsmann an der Hochschule der Künste in Berlin, Tim Isfort und Kai Brückner arbeiteten gemeinsam mit Brückners Vater Christian und während Julia Hülsmanns Jahr als Moerser Stadtmusikerin konzertierte sie wiederum mit Tim Isfort.

Alle drei stammen aus der gleichen Generation (1967-1969) und – auch wenn sie auf verschiedene Weise ihre Musik weiterentwickeln und neue Wege gehen - die Gemeinsamkeiten in der musikalischen Sozialisation dürften auch in der besonderen Akustik von St. Joseph nicht zu überhören sein.

Kai Brückner – Gitarre
Julia Hülsmann – Piano
Tim Isfort - Bass

 

Kai Brückner, 1969 geboren, fängt mit acht Jahren an, Gitarre zu spielen und 1984, während eines Aufenthaltes in New York, bei John Abercrombie Unterricht zu nehmen. 1990-94 Studium an der Hochschule der Künste in Berlin bei David Friedman, Sigi Busch, Jerry Granelli und Michael Gechter. 1994-1995 ein weiterer Aufenthalt in New York mit Unterricht u.a. bei John Abercrombie, Mike Stern, Wayne Krantz und Richard Boukas

Mit dem Schlagzeuger Jerry Granelli und seiner Band UFB gibt es mehrere Touren durch die USA und Kanada. 1999 ermöglicht ein Stipendium des Berliner Senats den Besuch des International Jazzworkshop in Banff, Kanada (Lehrer: Kenny Werner, Dave Holland, Dave Douglas u.a.).

Bandprojekte u.a. das Kai Brückner Trio mit Aaron Alexander und J. Anthony Granelli, Yakou Tribe, Jerry Granelli's UFB, Jacobien Vlasman Quartett, Thärichens Tentett, Lone World Trio mit Christian Brückner, Zoriya, Tilman Dehnhard Quintett, Tanmoy Bose's TaalTantra, Sebastian Merks Merkur, Jocelyn B. Smith Band, Jannis Zotos Group, Pepe Berns Network, Lisa Bassenge Band und Andreas Schnermanns W.H. Auden Project, Maria Farantouri, Zülfü Livaneli, Esther Kaiser

Konzerte und Workshops in Deutschland und Europa mit diversen Bands, Indien mit

Tanmoy Bose (Ravi Shankar), West- und Ostafrika und Madgaskar mit Yakou Tribe und China mit Thärichens Tentett.

Kompositionen für Filmmusik (ZDF und arte). Diverse Kompositionen für Hörbücher und Live Darbietungen von Lesung mit Musik.

Zahlreiche CD und Video Produktionen und Rundfunkmitschnitte.

 

Julia Hülsmann, 1968 in Bonn geboren, erhält mit 11 Jahren den ersten (klassischen) Klavierunterricht. Mit 16 gründet sie ihre erste Band, für die sie auch Stücke schreibt.

1991 zieht sie nach Berlin und beginnt ihr Studium an der Hochschule der Künste (Studium Diplommusikerziehung – Jazzpiano) bei Walter Norris, Aki Takase, Prof. Sigi Busch, Prof. David Friedman, Prof. Jerry Granelli und Prof. Kirk Nurock. Während des Studiums hat sie die Möglichkeit in Workshops mit Musikern wie Bill Dobbins, Mathias Rüegg, John Taylor, Anthony Cox, Jane Ira Bloom u.a. in Kontakt zu kommen.

1992 wird Julia Hülsmann in die Konzertbesetzung des Bundesjugendjazzorchesters (BuJazzO) unter der Leitung von Peter Herbolzheimer aufgenommen. 1996 schließt sie das Studium mit einer Diplomarbeit zum Thema “Müssen wir anders sein? Zum Selbstverständnis von Jazzpianistinnen” ab. Seit 1997 arbeitet Hülsmann mit ihrem eigenen Trio und spielt Konzerte in Clubs und auf Festivals in ganz Deutschland (z.B. Potsdamer Jazzfestival, Bonner Jazz-Weekend, Thüringer Jazzmeile …). Ende 2000 veröffentlicht sie ihre Debüt-CD: „Hülsmann, Muellbauer, Winch: Trio” beim BIT-Verlag im JazzHaus-Vertrieb.

1999 erhält Julia Hülsmann ein Stipendium des Berliner Senats, mit dem sie Anfang 2000 einen Studien-Aufenthalt in New York finanzieren kann. Dort hat sie Unterricht bei Richie Beirach, Maria Schneider, Gil Goldstein und Jane Ira Bloom. Außerdem lernt sie bei einem Konzert Rebekka Bakken kennen, mit der sie ein Jahr später eine Zusammenarbeit beginnt. Im Januar 2003 wird die CD „Julia Hülsmann Trio with Rebekka Bakken: Scattering Poems“ bei dem renommierten Münchener Label ACT veröffentlicht, für die Hülsmann Gedichte von E. E. Cummings vertont. „Scattering Poems“ erhält den German Jazz Award (über 10.000 verkaufte Exemplare).

2004 erscheint beim selben Label die CD „Julia Hülsmann Trio with Anna Lauvergnac: Come Closer – Celebrating the Music of Randy Newman“, an deren Veröffentlichung sich eine ausgedehnte Tournee anschließt. Zwischen Januar 2003 und Januar 2005 ist Julia Hülsmann Dorothea-Erxleben-Stipendiatin an der Hochschule für Musik und Theater Hannover. Im Rahmen dieses Stipendiums komponiert sie das Stück „Le Moustier“ für Streichorchester und Klavier und erhält einen Lehrauftrag an der Hochschule Hannover. Im Sommer 2004 wird Hülsmann eingeladen für das Grabenfest in Wien ein Stück zu komponieren. Im Juni 2004 wird die Komposition “Drei Farben Weiß”, eine Suite in 5 Sätzen, mit Gastsängerin und Texterin Anna Lauvergnac in Wien uraufgeführt. 2006 veröffentlicht Julia Hülsmann die dritte CD bei ACT, für die sie erneut Lyrikvertonungen schreibt: „Julia Hülsmann Trio with Roger Cicero: Good Morning Midnight“ basiert auf Gedichten von Emily Dickinson. Im November 2007 findet die Uraufführung der Suite „Le Moustier“ für Piano Trio und Streichquartett beim Berliner Jazzfest mit dem Julia Hülsmann Trio + Gerdur Gunnarsdottir String Quartet statt. Im März 2008 nimmt Julia Hülsmann im Trio mit Marc Muellbauer und Heinrich Köbberling im Rainbow Studio in Oslo die erste CD für das Label ECM auf: “The End of a Summer” wird von Manfred Eicher produziert und erscheint im Oktober 2008. Im Jahr 2009 startet sie zusammen mit Meike Goosmann (sax) ein Projekt mit dem BuJazzO unter der Leitung von Steffen Schorn, für das Hülsmann die Suite “Drei Farben Weiß” für Big Band arrangiert. Im Februar 2009 wird auf ECM die CD „Marc Sinan/ Julia Hülsmann: Fasìl” (Sextett Besetzung: git, voc, viola, piano, bass, drums) veröffentlicht. Julia Hülsmann hat für dieses Projekt Texte von Marc Schiffer vertont. Im April 2010 wird das Julia Hülsmann Trio zum zweiten Mal nach Bremen zum German Jazz Meeting auf der Messe jazzahead eingeladen und kann sich internationalem Fachpublikum präsentieren. „Imprint“, die zweite CD des Trios mit Manfred Eicher als Produzent, entsteht im März 2010 wieder in Oslo und wird Anfang 2011 herausgebracht.

2012 erweitert der englische Trompeter und Flügelhornist Tom Arthurs das Julia Hülsmann Trio zum Julia Hülsmann Quartett. Das erste Album in dieser Besetzung, „In Full View“, erscheint im Frühjahr 2013 bei ECM. Anfang 2012 initiiert Hülsmann zusammen mit Felix Falk den JazzMusikerAufruf. Zwischen 2012 und 2013 ist sie 1. Vorsitzende der Union Deutscher Jazzmusiker.

Zwischen 2003 und 2012 unterrichtet sie an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover Songwriting/ Komposition, wie auch im Wintersemester 2013/ 2014 an der Universität Osnabrück. 2014 ist Julia Hülsmann “Improviser in Residence” der Stadt Moers.

Julia Hülsmann hat einen Lehrauftrag an der Universität der Künste Berlin für Jazzpiano und Schulpraktisches Klavierspiel.

 

Tim Isfort, 1967 in Mannheim geboren, fängt mit 11 Jahren an Gitarre zu spielen, mit 13 E-Bass, mit 15 Kontrabass. Er wächst als Utopist in Moers auf und wird in seiner Jugend maßgeblich durch das New Jazz Festival Moers sowie Konzerte internationaler Künstler im Jazzkeller („Die Röhre“) beeinflusst. Mit 16 beginnt er für eigene Bands zu komponieren und arrangieren – damals noch als Autodidakt. Später nimmt er Kurse in Tonsatz, Kontrapunkt und wühlt sich durch Arrangierschulen amerikanischer Film- und Jazzmusiker. Nach einigen Semestern klassischem Kontrabass an der Folkwang Hochschule und Jazzstudium an der Hochschule der Künste in Arnhem, NL, gründet er 1995 sein eigenes bis zu 40-köpfiges Orchester mit Gastsängern (u.a. Blixa Bargeld, Tom Liwa, Christian Brückner, Katharina Thalbach, Eva Kurwoski, Sam Leigh-Brown u.a.). Die auf dem Indie-Label Moll erschienene CD sorgt für bundesweite Aufmerksamkeit. Auftritte auf großen Festivals, eine Deutschlandtournee, eine Live CD („Apollo 18“) und Radio- und TV-Features sowie eine Filmmusik („Recycled“) folgen.

Im eigenen Tonstudio entstehen seit 1991 zahlreiche eigene Produktionen, Fremd- und Coproduktionen, meist mit dem Schwerpunkt auf akustische Musik – Jazz, Tango,  Streichquartette, Singer / Songwriter. Oft steuert er Arrangements bei oder springt an verschiedenen Instrumenten ein. Zwischendurch produziert er im Studio Werbespot- oder Industriefilmmusik, arbeitet auch als Tontechniker und Leiter von Großprojekten.

Ab 2005 folgen Arbeiten als Theatermusiker, eine Auseinandersetzung mit dem Werk Ornette Colemans, diverse musikalische Projekte (u.a. mit Trilok Gurtu, Ttukunak, John Grant, den Duisburger Phiharmonikern u.w.).

Ab 2008 vermehrt auch kuratorische Tätigkeiten (u.a. moers.festival, später auch RUHR.2010), 2009 wurde Isfort vom Festivalbüro der Stadt Duisburg zum künstlerischen Leiter des Traumzeit Festivals gemacht, nachdem man sich von Festivalerfinder Wilfried Schaus-Sahm getrennt hatte. Nach drei beachtlichen Jahren der Weiterentwicklung des Festivals trennte man sich 2012 auch von Tim Isfort, der gegen den Willen der Stadt versucht hatte, die inhaltlichen Säulen des Festivals zu bewahren und neue Förderer und Sponsoren zu gewinnen. Unter wesentlicher Initiative von Tim Isfort enstand so 2013 gemeinsam mit der freien Szene das alternative Platzhirsch-Festival in Duisburg.

Seit 2010 ist Isfort Initiator des ersten Kulturaustauschs mit Myanmar (früher Burma oder Birma), unter dem Titel „Myanmar meets Europe“ begegnen sich seither Musiker aus Myanmar und Europa (D, FR, IT, NL) in verschiedenen Konstellationen und auf beiden Kontinenten. Isfort arbeitete ebenfalls mit ehemaligen Straßenkindern im Kongo und bereitet momentan einen Kulturaustausch mit Belarus (Weißrussland) vor. Seit 2012 ist Isfort Mitglied in Jan Klares 25-köpfigem Ruhrgebietskollektiv „The Dorf“. Als Solomusiker oder Improvisationsmusiker ist er außerdem in verschiedenen Konstellationen zu hören – u.a. auch mit seiner Partnerin Katja Stockhausen in verschiedenen musikalischen Leseprogrammen.