Artists 2019

Platzhirsch Logo Platzhirsch Festival Duisburg 30.08. bis 01.09.2019 // Artists 2019

Platzhirsch Duisburg

Klaus Jost

Verloren im Detail
Fotografien

Die Ausstellung umfasst mehrere Themenbereiche, die sich hauptsächlich mit dem Blick
für das Detail beschäftigen.
Hierbei kommen neben der üblichen fotografischen Vorgehensweise auch spezielle,
aufwändige Techniken zum Einsatz. Eine Vielzahl der Aufnahmen werden durch das sog.
„Stacking-Verfahren“ erstellt: je näher man einem Objekt mit dem Fotoapparat „auf den
Leib rückt“, desto kleiner wird der abgebildete Schärfebereich im entstandenen Foto.
Stacking heisst, dass man von dem Objekt mehrere Fotos in aufeinanderfolgenden
Schärfeebenen erstellt. Bei den hier gezeigten Käfer- und Buch-Abbildungen sind das z.B.
jeweils ca. 120 Aufnahmen pro Foto, die in Abständen von z.B. 50 Mikrometern
aufgenommen sind. Diese Einzelfotos werden anschließend im Computer zu einen
einzigen, insgesamt scharfen Bild zusammengefügt.
Einer der Themenbereiche umfasst die Präsentation diverser Käfer, die in ihrer
großformatigen Darstellung Details zeigen, die mit bloßem Auge kaum wahrzunehmen
sind. Die Freistellung der Käfer auf schwarzem Hintergrund lenkt den Blick ungehindert
auf das Objekt und macht die Schönheit und Einzigartigkeit der natürlichen Kreaturen
erfahrbar.
In einem weiteren Themenbereich geht es um Literatur und Bücher. Dargestellt sind die
sogenannten „Vorderschnitte“ von Büchern aus der Bibliothek des Fotografen. Die nahezu
mikroskopische Vergrößerung lässt einzelne Seiten erkennen. Durch diese Art der
Darstellung ist es dem Betrachter nicht möglich, das jeweilige Buch zu identifizieren. Zur
Hilfe kommt da jedoch ein Zitat aus dem entsprechenden Buch….
Inspirierend für diese Serie war die Erzählung „Die Bibliothek von Babel“ von Jorge Luis
Borges und der amerikanische Film „Interstellar“ von Christopher Nolan.
Eine kleine Serie von anachronistisch wirkenden Polaroid-Fotos zeigt Details aus einem
Park-Gelände.
Mit einigen präsentierten Schwarz-Weiss-Fotos wird das Detail-Thema verlassen und der
Blick auf größere Strukturen gelenkt. Wobei natürlich die Frage erlaubt sei: wo fängt
„Detail“ an? Das Bild eines einzelnen Gebäudes aus einem Stadtensemble ist ja ebenfalls
als Detail interpretierbar…..